Programm ’18 / Volksfronten

ZIP group

Aurora (2018)

Installation
ZIP group, Aurora, 2018, installation, steirischer herbst, photo: Liz Eve

ZIP group, Aurora, 2018, Installation, steirischer herbst, Foto: Liz Eve

ZIP group, Aurora, 2018, installation, steirischer herbst, photo: Liz Eve
ZIP group, Aurora, 2018, Installation, steirischer herbst, Foto: Liz Eve
ZIP group, Aurora, 2018, installation, steirischer herbst, photo: Liz Eve
ZIP group, Aurora, 2018, Installation, steirischer herbst, Foto: Liz Eve
ZIP group, research collage and sketch for Aurora, 2018

ZIP group, Collage und Skizze für Aurora, 2018. Courtesy die Künstler

„Tod dem Faschismus, Freiheit für das Volk!“ Diese jugoslawische Partisanenparole aus den 1930er-Jahren bringt die Idee der Volksfront auf entschlossene und trotzige Weise auf den Punkt. Es ist eine der Inspirationsquellen des neuen Werkes von ZIP group für den steirischen herbst: eine Skulptur auf dem ehemaligen Hotel International, Teil eines größeren Gebäudeensembles der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung, das zwischen 1926 und 1930 entstand. Die Figur, die mit gespreizten Beinen auf diesem Gebäude steht, ist selbst ein gewagter Remix sozialistischer Geschichte. Einer ihrer nach oben gereckten Arme hält einen roten Stern in der Hand, gleich der Aurora-Statue der Sowjetära aus der Heimatstadt der Künstler im südrussischen Krasnodar. Früher stand auf deren Sockel zu lesen: „Alle Macht den Sowjets! Friede für das Volk!“ Dieser Spruch ist seitdem abgebröckelt, doch ZIP imaginieren ihn mit dem antifaschistischen Motto Jugoslawiens neu und verleihen einem ermüdeten Motiv neue Energie. Die Parole wurde nach der Hinrichtung des Partisanen Stjepan Filipović ikonisch, der unter dem Galgen entschlossen beide Fäuste in die Luft reckte und diese Worte ausrief, als ihm die Nazi-Okkupant*innen schon die Schlinge um den Hals gelegt hatten. Eine Fotografie hat diesen Augenblick verewigt, und der Spruch selbst wurde zu einem Gruß, der während und kurz nach dem Krieg verwendet wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs errichtete man eine große Statue, die an Filipovićs Geste erinnern sollte und die ihn mit den beiden in die Luft gereckten geballten Fäusten zeigt. Das Projekt von ZIP greift dies auf, indem sie ein Gerüst errichten, das an Propagandabühnen der konstruktivistischen Ära erinnert. Im Gegensatz zu denen von Filipović sind die Hände dieser Figur jedoch nicht leer: Die eine hält einen Stern gleich der Aurora-Statue, die andere eine Kalaschnikow. Ihre Augen und die kämpferischen Worte Filipovićs werden jeden Abend rot aufleuchten, um die Faschist*innen zu verscheuchen.

21.9.–14.10.

Volkshochschule Steiermark (Arbeiterkammer, Dach)
Hans-Resel-Gasse 6
8020 Graz

Google Maps

Freier Eintritt

In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst

ZIP group wurde 2009 in der südrussischen Stadt Krasnodar gegründet und besteht aus Evgeny Rimkevich (1987, Krasnodar), Stepan Subbotin (1987, Krasnodar) und Vasily Subbotin (1991, Krasnodar). Ihre Installationen und öffentlichen Interventionen kombinieren häufig eine DIY-Ästhetik mit Elementen der Bildung, um erfinderisch-utopische Räume für die Partizipation mit dem Publikum zu erschließen. Die Mitglieder der Gruppe leben in Krasnodar und Moskau.

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