Programm ’18 / Volksfronten

Ivan Vyrypaev

The Iran Conference (2018)

Theaterstück

Ivan Vyrypaev, The Iran Conference, 2018, play, steirischer herbst, photo: Jasper Kettner
Ivan Vyrypaev, The Iran Conference, 2018, Theaterstück, steirischer herbst, Foto: Jasper Kettner
Ivan Vyrypaev, The Iran Conference, 2018, play, steirischer herbst, photo: Jasper Kettner
Ivan Vyrypaev, The Iran Conference, 2018, Theaterstück, steirischer herbst, Foto: Jasper Kettner
Ivan Vyrypaev, poster for The Iran Conference, 2018
Ivan Vyrypaev, Poster für The Iran Conference, 2018. Design: Katarzina Jackowska

Der sprichwörtliche „Kampf der Kulturen“ ist häufig Thema bei Podiumsdiskussionen auf der ganzen Welt. Deren Ergebnisse sind ebenso vorhersehbar wie sich selbst bestätigend. Derlei Diskussionen liefern das Material für das neueste Stück des in Russland geborenen und in Warschau lebenden Dramatikers und Regisseurs Ivan Vyrypaev, der für seine provokante Infragestellung der Grundsätze der westlichen Konsumgesellschaft bekannt ist. Bei dieser dramatisierten Podiumsdiskussion, die in der Aula der Karl-Franzens-Universität Graz stattfindet, treffen die üblichen Verdächtigen aufeinander, um über die „Iran-Frage“ oder, wie es eine von Vyrypaevs Figuren ausdrückt, den Kampf zwischen „Allah und Coca-Cola“ zu diskutieren. Ein Experte für internationale Beziehungen, ein Theologieprofessor, ein Journalist und Provokateur, ein Menschenrechtsaktivist, die Frau des Ministerpräsidenten und andere treten auf, um ihre gegensätzlichen Darstellungen des Unterschieds zwischen religiösem Traditionalismus und humanistischem Rationalismus zu präsentieren. Ihre philosophischen Debatten über Freiheit, Wissen und die genaue Definition des menschlichen Wesens werden von allzu persönlichem Austausch, Anekdoten und Scheinargumenten durchkreuzt. Der einzig mögliche und zu erzielende Konsens besteht in der widersprüchlichen Haltung zu den Werten der westlichen Gesellschaft oder zum Fehlen derselben. Schließlich treffen diese explizit westlichen Charaktere in der Person einer iranischen Dichterin und Nobelpreisträgerin auf die von ihnen konstruierte „Andere“, die ihre Erwartungen durcheinanderbringt und zugleich bestätigt. Vyrypaevs bitteres und bissiges Schauspiel bezeugt, wie heute durch widersprüchliche Stereotypen und sich selbst erfüllende Prophezeiungen ideologische Frontlinien gezogen werden. 

21.9., 19:00

Karl-Franzens-Universität Graz, Aula
Universitätsplatz 3
8010 Graz

Google Maps

Dauer: ca. 120 min.

Englisch mit deutscher Übersetzung

Freier Eintritt mit
Festival-Pass
Begrenzte Kapazitäten, Reservierung empfohlen, Reservierung mit Festival-Pass
Einzelkarte 15/11 Euro

Produziert von WEDA in Koproduktion mit Aksenov Family Foundation, MIA Group und Fundacja Sztuki Kreatywna Przestrzeń in Kollaboration mit steirischer herbst

Mit freundlicher Unterstützung von Aksenov Family Foundation

Besetzung in der Reihenfolge des Auftritts: Krzysztof Kumor als Philipp Rasmussen, Juliusz Chrząstowski als Daniel Christensen, Richard Berkeley als Oliver Larsen, Philipp Mogilnitskiy als Magnus Tomsen, Agata Buzek als Astrid Petersen, Magdalena Górska als Emma Schmidt-Poulsen, Mariusz Zaniewski als Gustav Jensen, Redbad Klynstra-Komarnicki als Father Augustine, Patrycja Soliman als Shirin Shirazi

Regie: Ivan Vyrypaev
Bühnenbild: Karolina Bramowicz
Kostüm: Maria Duda
Musik: Jacek Jędrasik
Regieassistenz: Michał Rogalski
Ton, Licht: Michał Tatara
Creative Producer: Piotr Duda
Übersetzung: Cazimir Liske, Boris Wolfson (Englisch), Stefan Schmidtke (Deutsch)
Sprecher*innen Übersetzung: Lorenz Kabas, Martina Zinner

Ivan Vyrypaev (1974, Irkutsk, Russland) ist Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller, dessen Theaterstücke und Filme sich zwischen dokumentarischem und experimentellem Theater bewegen. Auf kontroverse Weise werden dabei die Grenzen der politischen Korrektheit ausgelotet. 2014 zog er von Moskau nach Warschau, wo er heute lebt. 

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21.9., 16:00–19:00