Begleitprogramm 2018

Camera Austria

Ines Schaber
Notes on Archives

Seit 2005 verfolgt Ines Schaber die Idee eines „working archive“, eines Archivs, das nicht durch die Ablage von Dokumenten und Wissen gekennzeichnet ist, sondern das den Raum einer aktuellen Wissensproduktion darstellt. Ausgehend von der Annahme, dass das Archiv nicht nur ein Ort des Aufbewahrens, sondern auch ein Ort der Produktion ist, an dem sich unser Verhältnis zur Vergangenheit materialisiert und sich unsere Gegenwart in die Zukunft einschreibt, versteht die Künstlerin das Archiv als einen Ort des Verhandelns und Schreibens. „Keine politische Macht ohne Kontrolle des Archivs, wenn nicht gar des Gedächtnisses. Die wirkliche Demokratisierung bemisst sich stets an diesem essentiellen Kriterium: an der Partizipation am und dem Zugang zum Archiv, zu seiner Konstitution und zu seiner Interpretation“, so Jacques Derrida in Mal d’archive (1995; Dem Archiv verschrieben, eine Freudsche Impression, 1997). Für die Ausstellung bei Camera Austria, ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Österreich, stellt Schaber neue Bezüge zwischen Serien der vergangenen Jahre her: Culture Is Our Business (2004), Picture mining (2006), Unnamed Series (mit Stefan Pente, seit 2008) und Dear Jadwa (2009). Die Ausstellung konstruiert einen Raum, in dem die Besucher*innen damit konfrontiert werden, dass Archive keine Vergangenheit(en) dokumentieren, sondern dass sie die grundsätzliche demokratische Frage nach dem Schreiben von Gegenwart aufwerfen.

22.9.–18.11.

Camera Austria
Kunsthaus Graz, Lendkai 1
8020 Graz
www.camera-austria.at

Di–So 10:00–17:00

9.50/8 Euro

Eröffnung: 22.9., 12:00

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