In Search of Lost Paradises

In Search of Utopias

G
Ausstellung / Bildende Kunst
O
Graz
 

Wo sind sie, die Utopien unserer Tage? Die Visionen gesellschaftlichen Zusammenlebens, die heute fruchtbar gemacht werden könnten? Die Künstlerin Concha Jerez bricht mit gezielten Störungen die scheinbar visionslose Gegenwart auf.

In Search of Lost Paradises (Foto: Concha Jerez, „In Cognitionis Memoriam”, 2016)

Europa scheint sich seinem Zeitalter der Utopien entfremdet zu haben. Der Bogen von gesellschaftlichen Entwürfen in der europäischen Geistesgeschichte reicht weit – von Platon über Thomas Morus und die zahlreichen Utopien, die dem Geist der Aufklärung entsprungen sind, bis hin zu den sozialen Utopien des 19. Jahrhundert und den ökologischen Utopien des 20. Jahrhunderts. Aber im Laufe der Zeit gerieten sie nicht nur in Vergessenheit, sondern wurden auch ganz gezielt von wirtschaftlichen und politischen Interessen transformiert und vereinnahmt.

Endlose Gegenwart, alternativlose Zukunft – die spanische Künstlerin Concha Jerez sieht in Rückzug, Eingriff und Störung mögliche Herangehensweisen, um aus diesem trägen Zustand auszubrechen und den aufkommenden Totalitarismen unserer Zeit zu begegnen. Die wichtigste Überlebensstrategie der Gesellschaft im Sinne ihrer Bewusstseinsbildung und Handlungsfähigkeit, so Jerez, sind dabei Interferenzen, also Störungen.

Eine Reihe dieser künstlerischen Interferenzen nimmt die Künstlerin in ihrer Einzelausstellung „In Search of Lost Paradises“ vor. Von den produktiven Störungen aktiviert, sind die Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, eigene Utopien zu reflektieren und Zukunft neu zu denken.

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